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TERRORVERLAG
In der abstrakten Algebra ist ein MONOID eine Menge mit einer klammerfrei notierbaren Verknuepfung und einem neutralen Element. In der Musik ist MONOID ein weiteres Projekt des deutschen Martin Steinebach, der mir erst vor Kurzem mit einer STILLSTAND-Voe unter die Rezensionsfinger geraten ist. Musiziert er dort noch sehr experimentell, erstellt mithin reine Klangcollagen, wirkt „Crowd Control“ um einiges geordneter, ohne natuerlich auch nur ansatzweise mainstreamig zu klingen. Bereits seit 1996 existieren Tontraeger unter der Bezeichnung MONOID, auf allen moeglichen Formaten und bei unterschiedlichsten Labeln beheimatet. Da ich diese zugegebenermassen allesamt nicht kenne, muss ich mich auf den Promotext verlassen, der besagt, dass „CC“ im Vergleich zu den Vorgaengern „Virtual Violence“/ „Pattern hiding 3“ deutlich songorientierter geworden ist. Interessant auch die aktuelle Plattenfirma „Invasion Wreck Chords“, ist diese doch in Weissrussland beheimatet und zudem das zweite Standbein des Industrial Duos AMBASSADOR21 (waren beim Maschinenfest 2005 dabei).
Nach einem eher ambientigen Intro geht es dann beim 2ten Stueck „Crushcraze“ (huebsche Wortmalerei) richtig gut nach vorne: Verzerrte Gesangsparts, gesampelte Loops, monotone Beats (nicht negativ gemeint), wirkt irgendwie old-school und modern zu gleichen Teilen und koennte auch in Clubs eingesetzt werden. Danach wird es mit Nummer 3 „Firewall“ schleppender/ bedrohlicher/ minimalistischer, womit auch schon die Grenzen dieses sehr abwechslungsreichen Releases abgesteckt sind. Wo „Crowd“ wieder ein reiner Ambient-Track ist, faellt das darauffolgende Titelstueck sehr „noisig“ aus, passend zur These des Albums, dass der Mensch mittlerweile vom Informationszeitalter ueberrollt wurde. Die 2000er sind schon zwiespältige Zeiten: Anything goes, und auch Musiker wie Steinebach profitieren irgendwo davon, doch wie mit dem Deus Ex Machina umgehen? Ich schweife ab und erwähne lieber noch 2 weitere Lieblinge auf dieser Scheibe. „Software“ wirkt clubbig-laessig, wohingegen „The Rape Scene“ ein ueberaus interessantes Titelsample aufbietet und musikalisch mit einem schoenen Industrial Groove daherkommt.
Insgesamt ueber 60 Minuten zwischen Noise, Industrial, Ambient und Minimalismus, die ueber genuegend eingaengige Parts verfuegen, um nicht zu nerven, andererseits aber keine Kompromisse eingehen. Fuer Fans von beispielsweise THOROFON oder den Ant-Zen-Truppen genau das richtige Futter, bei letztgenanntem Mailorder kann man „Crowd Control“ dann praktischer in Deutschland auch gleich erwerben. Viel mehr als ein neutrales Element...
by TK for Terrorverlag
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