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ORKUS
Laengst ueber den Status eines Geheimtipps hinaus hat sich das Label Invasion Wreck Chords mit Sitz in Minsk (Weissrussland) einen wichtigen Namen in der Industrial-Szene gemacht, was nicht zuletzt daran liegt, dass Alexey Protasov mit seiner Band Ambassador21 (die nur eines seiner vielen Projekte ist) sich laengst des Rufes entledigt hat, lediglich die Ostblock-Variante von Atari Teenage Riot zu sein, sondern sich Eigenstaendigkeit erarbeitet hat und somit zu den wichtigsten Industrial-/Laermkuenstlern der Neuzeit gehoert. Mit Pandora''s Box ist nun eine Compilation zusammengestellt worden, die zwar hauptsaechlich mit westlichen Gruppen (von Plattenfirmen wie Ant-Zen, Hands, Parametric, Pflichtkauf, Ipecac) "gefuellt" ist; aber auch Formationen aus dem (Label-) Umfeld von Protasov (Suicide Inside, Rasputeen, Not Half, NTT) sind vertreten. Gewoehnlich ist das Ganze dennoch nicht, hat sich der Weissrusse doch ganz spezielle Tracks ausgesucht, die seinem Gusto hundertprozentig entsprechen, und demgemaess untergrundig gestaltet sich der Sampler, trotz grosser und sauberer Namen wie Dive, Synapscape, Converter, CTRLer, P·A·L, Proyecto Mirage oder Shorai. Live-Fassungen und spezielle Versionen/Mixe geben den Stuecken (weiterhin vertreten: bekannte Namen wie Mimetic/Iszoloscope, Monoid, Roger Rotor, Klangstabil) allesamt einen duesteren, urspruenglichen Anstrich, und dass es zudem allseits derbe ordentlich und geordnet kracht, schreit und haemmert, macht deutlich klar, dass hier der aalglatten UEberproduziertheit mit einem ueberlegenen Laecheln das Gesicht zermatscht wird.
by Thomas Sonder for Orkus
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